22.09.2026
Landesliga Feuerwerk in Dahlewitz: Der Aufsteiger zeigt dem Absteiger die Grenzen auf
Als Aufsteiger in die Landesliga könnte man meinen, Dahlewitz II würde sich erst einmal vorsichtig an das neue Niveau herantasten. Doch wer am 19.09.2026 in der Dahlewitzer Halle stand, sah schnell: Diese Mannschaft hat keinerlei Absicht, sich klein zu machen. Ganz im Gegenteil, sie spielte als hätte sie die Landesliga schon seit Jahren im Griff. Und der Gegner? Der war nicht irgendwer, sondern der Absteiger aus der Brandenburgliga, der SV Blau‑Weiß Wusterwitz. Ein Team, das eigentlich mit Erfahrung und Routine auftreten müsste, auch wenn ihr Spitzenspieler an diesem Tag fehlte, was die Aufgabe für Dahlewitz II sicher nicht schwerer machte.

Was folgte, war ein sportliches Erdbeben: 12:2 für Dahlewitz II. Ein Ergebnis, das man eher aus einem Vorbereitungsspiel gegen die eigene Jugend erwarten würde, nicht gegen einen gestandenen Absteiger aus der Brandenburgliga. Die Dahlewitzer ließen von Anfang an keinen Zweifel daran, wer an diesem Nachmittag das Sagen hat. Schon die Doppel liefen wie aus einem Guss, Martinowski und Gläser spielten ihr Gegenüber mit 11:2, 11:6 und 11:5 schwindelig, während Abdulhadi und Bollweg im Fünfsatzkrimi zeigten, dass sie auch Nerven aus Drahtseilen besitzen.
In den Einzeln setzte sich das Bild fort: Rückkehrer Mohamad Abdulhadi spielte, als hätte er die Landesliga schon seit Jahren im Griff, und holte gleich zwei Siege, darunter ein intensives 3:2 gegen Neumitz. Paul Martinowski, der gefühlt gleichzeitig in der ersten und zweiten Mannschaft spielt, zeigte seine ganze Klasse und gewann zwei seiner drei Einzel klar. Reno Gläser war an diesem Tag eine Art Naturgewalt: drei Einzel, drei Siege, zwei davon ohne Satzverlust und alle mit Ergebnissen, die eher nach einem Trainingsspiel aussehen. Und Jan Bollweg? Der machte es ähnlich, konzentriert, ruhig, effektiv. Sein 11:1 im ersten Satz gegen Schoeneck war eine kleine Demonstration, die man auch als Bewerbungsvideo für die erste Mannschaft hätte verwenden können.
Wusterwitz hingegen wirkte über weite Strecken überrascht, überfordert und manchmal schlicht ratlos. Der fehlende Spitzenspieler mag ein Faktor gewesen sein, aber selbst mit ihm hätte es wohl ein langer Nachmittag werden können. Die Ballstatistik von 524:374 spricht eine deutliche Sprache: Dahlewitz II war in fast jeder Rallye schneller, präziser und entschlossener.
Nach nur zweieinhalb Stunden war der Arbeitstag beendet, Deckel drauf, Halle zu. Ein Aufsteiger, der wie ein Favorit spielt, und ein Absteiger, der sich fragt, ob die Landesliga vielleicht doch härter ist als gedacht. Dahlewitz II hat an diesem Nachmittag nicht nur Punkte geholt, sondern ein Statement gesetzt: Diese Mannschaft ist gekommen, um zu bleiben. Und wenn sie so weitermacht, wird sie in dieser Liga noch für einige Überraschungen sorgen.
Stephan Klein







