22.09.2026
Tischtennis – Saisonauftakt nach Maß
Brandenburgliga‑Krimi in Dahlewitz: 7:7 im Duell der Vorjahresrivalen
Wenn der Vorjahresdritte TTV Eisenhüttenstadt auf den Vorjahresvierten SV Blau‑Weiß Dahlewitz trifft, ist klar: Das wird kein gemütlicher Sonntagnachmittag, sondern ein Tischtennis‑Drama mit Überlänge. Und genau das bekamen die Beteiligten am 06.09.2026 geliefert, vier Stunden Spielzeit, 511:497 Bälle und ein 7:7, das sich eher wie ein 14‑teiliger Thriller anfühlte.

Eisenhüttenstadt reiste wie gewohnt mit seinem polnischen Gastspieler‑Trio an. Koscielniak, Bartoszewski und Szuplak, Eisenhüttenstadt wirkt, als hätten sie heimlich eine eigene Tischtennis‑Akademie in Warschau gegründet. Dahlewitz hingegen setzte auf die bewährte Mischung aus Erfahrung, Nervenstärke und gelegentlichem Wahnsinn.
Schon die Doppel zeigten, wohin die Reise geht: Beckmann/Hess verloren in drei Sätzen, die so knapp waren, dass man sie eigentlich hätte teilen müssen, während Harbsmeier/Martinowski ihre Gegner mit 11:4, 11:6 und 11:8 vom Tisch fegten.
In den Einzeln entwickelte sich dann das volle Drama. Jens Beckmann lieferte ein episches 3:2 gegen Bartoszewski ab, inklusive eines 13:15‑Auftaktsatzes, der jedem Fitnesstracker Überstunden beschert hätte. Eric Hess hingegen verlor gegen Koscielniak klar, nur um später Bartoszewski mit einem souveränen 3:0 wieder einzusammeln. Marvin Harbsmeier spielte wie immer ausschließlich Fünfsatz‑Hollywood‑Drehbücher, während Paul Martinowski zunächst mit einem glatten 3:0 glänzte, später aber ebenfalls in die Fünfsatz‑Mühle geriet.
Zwischendurch hätte man meinen können, Dahlewitz würde sich absetzen 6:3, doch Eisenhüttenstadt blieb hartnäckig wie ein Kaugummi unter der Schuhsohle. Jeder Satz, jeder Ball, jede Rallye schien eine kleine Geschichte zu erzählen. Und am Ende stand ein 7:7, das statistisch perfekt ausgeglichen war: 27:27 Sätze, 511:497 Bälle, vier Stunden Spielzeit und die Erkenntnis, dass beide Teams sich nichts schenken.
Es war das Duell zweier Mannschaften, die sich auf Augenhöhe begegnen: der Vorjahresdritte mit seinen polnischen Präzisionsmaschinen und der Vorjahresvierte aus Dahlewitz, der mit Herz, Kampfgeist und einer Prise Wahnsinn dagegenhält. Ein Spiel, das alles hatte. Wer dieses Drama live erlebt hatte, braucht vermutlich jetzt einen Wellness‑Gutschein.
Am Sonntag, den 27.09.2026 geht es um 11Uhr in heimischer Halle gegen den TSV Stahnsdorf 2 weiter.
Stephan Klein







