22.09.2026

Tischtennis – Der Aufsteiger, der sofort für Chaos sorgt

Die dritte Mannschaft des SV Blau‑Weiß Dahlewitz ist in dieser Saison frisch in die 1. Landesklasse Süd aufgestiegen und wer dachte, die Jungs würden sich dort erst einmal vorsichtig eingewöhnen, hat die Rechnung ohne die Dahlewitzer gemacht. Schon die ersten beiden Spiele zeigten, dass dieser Aufsteiger nicht nur angekommen ist, sondern direkt begonnen hat, die Liga aufzumischen.

Der Auftakt fand auswärts beim TSV Stahnsdorf III statt, ein Freitagabendspiel, das normalerweise eher nach müden Beinen und knappen Ergebnissen riecht. Doch Dahlewitz III hatte offenbar beschlossen, den Gastgebern gleich zum Saisonstart klarzumachen, dass man nicht zum Kaffeetrinken angereist war. Zwar ging das erste Doppel verloren, aber danach übernahm Dahlewitz das Kommando. Cedric Hollburg spielte mit einer Mischung aus Präzision und Gelassenheit, als hätte er die Halle in Stahnsdorf gemietet. Neuzugang Enrico Franke punktete zuverlässig, Florian Hettrich zeigte seine ganze Routine, und Helge Senf, offiziell als Ersatz geführt, spielte wie jemand, der den Begriff „Ersatz“ grundsätzlich ablehnt. Punkt für Punkt wuchs der Vorsprung, und am Ende stand ein 10:4‑Auswärtssieg, der sich eher wie ein Heimspiel anfühlte. Ein perfekter Start für einen Aufsteiger, der offensichtlich keine Lust hat, sich klein zu machen.

Eine Woche später wartete dann der Vorjahresdritte TSV Treuenbrietzen, ein Gegner, der in der Liga für seine Stabilität und seine knappen Siege bekannt ist. Und genau so begann das Spiel: Treuenbrietzen legte los wie ein Team, das zeigen wollte, warum es im letzten Jahr oben mitgespielt hat. Die Doppel gingen an die Gastgeber, und auch in den ersten Einzeln sah es so aus, als würde Dahlewitz III diesmal Lehrgeld zahlen müssen.

Doch die unsere Ballkünstler wären nicht bei Blau-Weiß, wenn sie sich davon beeindrucken ließen. Cedric Hollburg kämpfte sich durch viele enge Sätze. Enrico Franke spielte Marathon‑Sätze, die eher nach Ausdauertraining als nach Tischtennis aussahen. Florian Hettrich lieferte ein Wechselbad der Gefühle die man als „sportliche Achterbahn“ bezeichnen könnte. Treuenbrietzen führte, Dahlewitz konterte, Treuenbrietzen legte nach, Dahlewitz biss zurück, ein Spiel, das ständig hin‑ und herschwappte wie ein schlecht gelaunter Tischtennisball.

Am Ende stand ein 7:7, das so ausgeglichen war, dass selbst die Ballstatistik kapitulierte: 514:514. Ein Ergebnis, das man nicht planen kann, es passiert einfach, wenn zwei Mannschaften sich gegenseitig nichts schenken.

Damit hat Dahlewitz III in den ersten beiden Spielen eindrucksvoll gezeigt, dass der Aufsteiger nicht nur mithalten kann, sondern die Liga sofort belebt. Ein klarer Sieg gegen Stahnsdorf, ein dramatisches Remis gegen den Vorjahresdritten und jede Menge Spielfreude, Kampfgeist und Dahlewitzer Charme. Wenn das so weitergeht, wird diese Mannschaft in der 1. Landesklasse noch für einige Überraschungen sorgen. Und vermutlich auch für einige nervöse Gegner.

 

Stephan Klein