22.09.2026
Handball Frauen rasen über die Platte wie Road Runner
Wenn man das erste Heimspiel unserer Handballfrauen in dieser neuen Saison beschreiben möchte, kommt man an einem Vergleich nicht vorbei: Offenbar hat die Mannschaft den Sommer damit verbracht, sämtliche Road‑Runner-Videos zu studieren. Anders lässt sich dieses Tempo nicht erklären. Das Spiel war so schnell, dass man zwischendurch sicherheitshalber überprüfte, ob die Halle nicht heimlich auf 1,5‑fache Geschwindigkeit gestellt wurde.
Schon die ersten Minuten erinnerten an die legendäre Verfolgungsjagd zwischen Road Runner und Wile E. Coyote: Die Gäste aus Brandenburg-West starteten mit einem „meep meep“ und führten 0:2, bevor manche Zuschauer überhaupt ihren Platz gefunden hatten. Doch Dahlewitz wäre nicht Dahlewitz, wenn man sich davon beeindrucken ließe. Finja Lawrenz übernahm kurzerhand die Rolle des Turboladers und traf insgesamt neunmal, vermutlich hat sie im Sommer nicht nur Road Runner geschaut, sondern auch die „Best Off Rückraumtore des DHB“.
Auch der Rest des Teams zeigte, dass man nicht nur schnell laufen, sondern auch schnell treffen kann: Celina Jansen, Anna Möbius und Linda Romsits legten jeweils starke Trefferzahlen hin. Die gelbe Karte von Nora Ebert wirkte dabei eher wie ein kurzer Boxenstopp im Hochgeschwindigkeitsrennen.
Und mittendrin: Trainer Sven Ebert. Der arme Mann kam selbst kaum hinterher. Während seine Mannschaft über das Feld sprintete, wirkte er phasenweise so, als bräuchte er gleich eine eigene Auszeit – nicht zum Coachen, sondern um wieder Luft zu bekommen. Man sah ihm an, dass dieses Spiel nicht nur für die Spielerinnen ein Konditionstest war. Wer behauptet, Trainer hätten es leicht, hat dieses Spiel nicht gesehen.
Die Gäste hielten tapfer dagegen, besonders die beiden Kinnemann‑Schwestern, die gefühlt überall gleichzeitig auftauchten. Doch in der Schlussphase zündete Dahlewitz den finalen Turbo: Drei Treffer in den letzten Minuten, ein 30:27‑Sieg und eine Halle, die sich fragte, ob man nicht besser einen Geschwindigkeitsbegrenzer installieren sollte.

Am Ende blieb nur ein Fazit: Wenn das die Saisonvorbereitung war, dann bitte mehr davon. Unsere Frauen haben eindrucksvoll gezeigt, dass Dahlewitz nicht nur Handball kann, Dahlewitz kann Hochgeschwindigkeitshandball. Und vielleicht sollte der Verein darüber nachdenken, den Road Runner als neues Maskottchen zu verpflichten. Sven Ebert würde es sicher begrüßen, wenn er dann wenigstens weiß, worauf er sich konditionell vorbereiten muss.
Stephan Klein













