20.07.2008

13 km lang bergauf

Fotostop an der Hängebrücke (Foto: unbekannt)

Fotostop an der Hängebrücke (Foto: unbekannt)

Dass man auch oder gerade im Urlaub dem Hobby Laufen in besonderer Weise frönen kann, bewiesen vier Dahlewitzer Läufer in diesem Sommer in Österreich: Am 20. Juli 2008 starteten Rosi und Detlef Bohm zum ersten Mal, Irina und Burkhard Strobach bereits zum dritten Mal beim Großglockner Berglauf. Dieser wohl schönste österreichische Berglauf über 12,670 km beginnt im malerischen Bergdörfchen Heiligenblut (1247 Höhenmeter) und geht mit sofortigem Anstieg über schmale und steinige Wege bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2370 Höhenmeter).

Rosi Bohm fasst dieses tolle Erlebnis für alle so zusammen: „Für uns Flachlandtiroler bedeuteten die über knapp 13 Kilometer verteilten 1514 Höhenmeter, dass nur cirka ein Fünftel der Strecke im gewohnten Laufschritt zurückgelegt werden konnte. Der Rest waren steile Anstiege, die so schnell, wie es unsere Puste eben zuließ, bewältigt wurden. Zwar erfordert die Wegbeschaffenheit volle Aufmerksamkeit, der Blick in die Natur durfte hierbei aber keinesfalls zu kurz kommen, denn unterwegs präsentierte sich die Bergwelt mit ihrer ganzen Pracht: Wiesen voller Himmelsschlüssel, eine malerisch gelegene Almhütte, Bäche und Wasserfälle säumten den Weg. Ein besonderes Highlight war der beeindruckende Anblick der Pasterze, das ist mit 9 km Länge der größte Gletscher Österreichs am Fuß des Großglockners.

Detlef und Rosi im Ziel (Foto: unbekannt)

Detlef und Rosi im Ziel (Foto: unbekannt)

Kurz vor dem Ziel wartete noch der steilste Anstieg auf uns. Da tat es schon gut, dass die Streckenposten einem nochmal auf die Schulter geklopft und Mut fürs Durchhalten zugesprochen haben. Nach dem Überschreiten der Ziellinie wurde jedem Läufer sofort eine wärmende Fließdecke umgehangen, denn während es am Start sommerliche 25 °C warm war, zeigt das Thermometer im Ziel lediglich 6 °C.“

Die gelaufene Zeit ist bei einem solchen Landschaftslauf eigentlich zweitrangig und Zeit für ein paar Fotos muss ohnehin sein. Bei den vielen Berglaufexperten unter den gut 700 Teilnehmern – Profis wie Freizeitsportlern – war es aber schon nicht ganz einfach, nicht Letzter zu werden. Irina und Burkhard Strobach benötigten 2:40 h, Rosi und Detlef Bohm waren nach 2:57 h im Ziel. Gewonnen hat den Lauf übrigens der mehrfache Berglaufweltmeister Jonathan Wyatt aus Neuseeland in einer – zumindest für die Dahlewitzer – unvorstellbaren Zeit von 1:12 h.

Der Rücktransport der Teilnehmer erfolgte mit einem Busshuttle über die Großglockner-Hochalpenstraße zurück nach Heiligenblut und so konnten die vier Läufer vom SV Blau-Weiß Dahlewitz beim Blick auf Teile der Laufstrecke, die abseits der Straße im Nationalpark verläuft, den gerade beendeten Lauf bereits das erste Mal Revue passieren lassen.

R. Bohm/M. Splittgerber